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in Nauen

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Veröffenlichungen > Lebendig mitfeiern

Gedanken zur Lithurgie der Meßfeier

6. Das Tagesgebet

Von allen religiösen Betätigungen eines Menschen ist das Beten die letzte, die er aufgibt: Auch wer schon seit Jahren den sonntäglichen Gottesdienst nicht mehr besucht, ein Gebet spricht er immer noch - am Abend oder am Morgen, vor allem in Situationen der Not und Gefahr.

Wer gar nicht mehr betet, in dem ist das Leben Gottes zum Stillstand gekommen: seine Seele ist "bewußtlos" geworden: ohne Kraft und ohne Energie. Denn "das Gebet ist das Atemholen der Seele" (R. Guardini).

Aus dem Gebet hat auch Jesus die Kraft geschöpft für sein Leben, für sein Leiden, für sein Sterben. Er hat oft nächtelang gebetet, zurückgezogen, er "ganz allein" (MT 14,23). So hat er es auch uns geraten: "Wenn du betest, zieh dich zurück in dein Zimmer!" (MT 6,6).

Das ist die eine Weise zu beten: in der Stille, allein vor Gott, ganz persönlich.

Aber Jesus hat auch vor und mit seinen Jüngern gebetet: in Gemeinschaft mit ihnen - im Tempel und in den Häusern, vor allen Leuten.

So versammeln auch wir uns als Christen zum gemeinsamen, zum öffentlichen Gebet: voreinander und miteinander.

Das stille und persönlichen Beten und das gemeinsame, öffentliche Gebet - beides kommt zusammen, wenn der Priester uns zuruft: "Lasset uns beten!" In der dann folgenden Stille kann jeder sein ganz persönliches Anliegen vor Gott bringen. Danach breitet der Priester die Arme aus und trägt im Namen des ganzen Gottesvolkes und aller Anwesenden laut und öffentlich alle einzelnen und gemeinsamen Anliegen vor Gott, den Vater.

Danach gibt die ganze Gemeinde die Antwort und Zustimmung:

AMEN - Ja, so soll es sein!

(Text von Pfarrer Matthias Kucklick aus Rathenow)


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Aktualisierung: 20.02.2005